{"id":67,"date":"2018-08-17T23:23:03","date_gmt":"2018-08-17T21:23:03","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.178.39\/wordpress\/?p=67"},"modified":"2018-08-17T23:23:03","modified_gmt":"2018-08-17T21:23:03","slug":"grau-gruener-teppich-zum-empfang-dia-duit-eire","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ulfheinemann.de\/?p=67","title":{"rendered":"Grau-gr\u00fcner Teppich zum Empfang: Dia duit \u00c9ire"},"content":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht, warum ich mir diese Frage \u00fcberhaupt gestellt habe: Wie sollte mich <em>Baile \u00c1tha Cliath<\/em> auch anders begr\u00fc\u00dfen? Als wolle die irische Hauptstadt alle seine Klischees direkt mit dem ersten Eindruck, der ersten Begr\u00fc\u00dfung, den ersten zehn Sekunden best\u00e4tigen, bereiteten mir graue Wolken, gr\u00fcne Wiesen und dicke Regentropfen an der Scheibe des Ryanair-Fliegers das lang erwartete Empfangskomitee. Dem westlichsten Land der Europ\u00e4ischen Union wird nachgesagt, es verf\u00fcge \u00fcber vierzig verschiedene T\u00f6ne von Gr\u00fcn &#8211; dass es beim Farbenkamerad Grau mindestens genauso viele verschiedene M\u00f6glichkeiten gibt. konnte ich nach den ersten Schritten auf dem Rollfeld des Dubliner Flughafen direkt best\u00e4tigen. Die zahlreichen Wolken hatten sich die M\u00fche gemacht, sich die verschiedensten Abstufungen der Farbe der Langeweile anzueignen &#8211; Willkommensdusche inklusive. Diese war nach dem &#8222;Sommer&#8220; &#8211; dieses Jahr konnte man die Jahreszeit zwischen Fr\u00fchling und Herbst in Deutschland auch wirklich mal beim Namen nennen &#8211; jedoch eine willkommene Abwechslung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-68 size-medium\" src=\"http:\/\/uheinemann.synology.me\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Regen-bei-Ankunft-in-Dublin-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/ulfheinemann.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Regen-bei-Ankunft-in-Dublin-225x300.jpg 225w, https:\/\/ulfheinemann.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Regen-bei-Ankunft-in-Dublin-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Nach vielen Stunden Planung, Tagen voller Anspannung und Wochen gepr\u00e4gt von Vorfreude war es schwierig, am Morgen des 1. August einen klaren Gedanken in meinem Kopf auszumachen. Fragen \u00fcber Fragen t\u00fcmmelten sich in meinem Kopf, k\u00e4mpften um die Spitze des Gedankenberges: Hatte in an alles gedacht, war alles organisiert, habe ich zu wenig getan, eingepackt,\u00a0 nachgedacht, was wird mich erwarten, wie werde ich die erste Reise auf eigene Faust wahrnehmen? Auf dem Weg zum Flughafen stellte sich bei mir nicht der Gedanke ein, dass ich Deutschland nun erst einmal verlasse, dass ich den n\u00e4chsten Schritt gehe, dass ich zum letzten Mal f\u00fcr einige Monate deutschen Boden unter den F\u00fc\u00dfen habe &#8211; anders als gedacht, war ich ruhig, von Vorfreude und Nervosit\u00e4t gleicherma\u00dfen erf\u00fcllt, bereit mein Hab und Gut, mein Leben im milit\u00e4rgr\u00fcnen 52-Liter-Rucksack auf die Schultern zu nehmen und endlich die langersehnten ersten Schritte auf der &#8222;Gr\u00fcnen Insel&#8220; zu gehen.<\/p>\n<p>Die Sonne schien und gab bereits am Morgen die Vorwarnung, welche Kraft sie sich f\u00fcr den Tag erneut zur\u00fcckgehalten hatte, wie sehr sich das Thermometer nach ihr strecken w\u00fcrde. Das Flugzeug setzte sich in Bewegung, ich schaute als Finale der Sitzreihe aus dem Fenster der Airbus-Maschine und verabschiedete mich erst einmal von meinem Heimatland. &#8222;Good Goodbye&#8220; von Linkin Park ging mir durch den Kopf, das Flugzeug durch die Wolkendecke, meine Anspannung seines Weges. In Gedanken versunken wendete ich meine Aufmerksamkeit wieder dem Fenster zu, als ich die Ostk\u00fcste meiner neuen zwischenzeitlichen Wahlheimat entdeckte. Irland ersteckte sich mit seinen Weiden, D\u00f6rfern und Stra\u00dfen vor mir, breitete den grau-gr\u00fcnen Teppich aus, warf mich durch die Sicherheitsschleuse des Flughafens direkt ins Get\u00fcmmel &#8211; f\u00fcrs Erste war das zu viel f\u00fcr mich. Kaffeepause.<\/p>\n<p>Nach einer Orientierung, die ich im C\u00e1fe am Dubliner Flughafen mithilfe meines treuen, hilfreichen und dennoch l\u00e4stigen Begleiters &#8222;Handy&#8220; (dazu jedoch sp\u00e4ter mehr), vornahm, ging es mit dem Bus in Richtung Stadtzentrum, wo ich mein gebuchtes Hostel erwartete. Ich sog alle Eindr\u00fccke der neuen Umgebung auf wie ein Schwamm, war neugierig und gleichzeitig vorsichtig. Dass es bei den Linienbussen nur eine vordere T\u00fcr gibt, sorgte nach wenigen Minuten Fahrt f\u00fcr Verwirrung meinerseits. Der Bus war voll, mein Gep\u00e4ck in der Ablage verstaut. die Stationsnamen teils nicht zu entziffern, mein Geist in Alarmbereitschaft. Wie sollte ich es schaffen,\u00a0<em>College Green<\/em> zu ermitteln, mir meine zwei Rucks\u00e4cke und die Tasche umzuwerfen und durch das Gedr\u00e4nge rechtzeitig zur vorderen T\u00fcr zu k\u00e4mpfen? Startpunkt war immerhin die letzte Reihe.<\/p>\n<p>Dass alles halb so wild war, bemerkte ich nach einigen Stationen. Doch sp\u00e4testens als ich dann neben dem Trinity College ausstieg und mit Google Maps hantierte, um das Hostel zu finden, stieg mir die sommerliche W\u00e4rme, die sich passend mit dem Regen abgewechselt hatte, sowie die Last all meines Besitzes auf den Schultern zu Kopf. Ich muss wie ein richtiger Tourist ausgesehen haben, der mit Karte und Kompass, beladen wie bei einer Bergwanderung inmitten einer 500.000 Seelen-Stadt ratlos auf dem Gehweg versucht, die Himmelsrichtungen auszumachen. Zwei Abbiegungen und zahlreiche Stra\u00dfen\u00fcberquerungen sp\u00e4ter leuchtete mir dann doch das Schild meines Hostels entgegen &#8211; froh, angekommen zu sein und auch ein wenig ersch\u00f6pft, checkte ich ein, nahm dankend meine Zimmerkarte entgegen, jagte in den zweiten Stock, wobei nun die Bezeichnung als Bergsteiger angesichts des engen Treppenhaus definitiv eine \u00dcberlegung wert ist, \u00f6ffnete die T\u00fcr zum Zimmer und lie\u00df die erste Anspannung abfallen. Ich war in Dublin, bereit mein Abenteuer anzutreten &#8211; die Reise in die irische Hauptstadt war dabei erst der Anfang; die Generalprobe jedoch schon mal gelungen.<\/p>\n<p>Dia duit, E\u00edre agus Baile \u00c1tha Cliath!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht, warum ich mir diese Frage \u00fcberhaupt gestellt habe: Wie sollte mich Baile \u00c1tha Cliath auch anders begr\u00fc\u00dfen? 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